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📃 Durchgezockt: Silence

The Whispered World 2 kehrt mit Silence zurĂŒck

Nach etwa 4 Jahren Entwicklungszeit erscheint Silence, der Nachfolger zu The Whispered World, von Daedalic. Als Nachfolger eines der besten Point-and-Click-Adventures seit Monkey Island sind natĂŒrlich die Erwartungen groß. Meine Meinung, zu dem von Fans heiß erwarteten Abenteuer-Spiel, könnt ihr hier erfahren.

Story

Als Fortsetzung zu The Whispered World wird zunĂ€chst das Ende vom VorgĂ€nger als EinfĂŒhrung in die Steuerung erzĂ€hlt. Wer also noch nicht The Whispered World gespielt hat und dies noch vor hat sollte auf keinen Fall Silence spielen, um Spoiler zu vermeiden. Wem das egal ist bietet diese Intro aber eine Idee zu, was die Welt „Silence“ ĂŒberhaupt ist.

Um allerdings Spoiler hier so gut wie möglich zu vermeiden werde ich nicht auf die Story eingehen. Denn außer der Story hat das Spiel nicht viel mehr zu bieten. Entscheidungen die man wĂ€hrend seines Abenteuers trifft nehmen keinen Einfluss auf den Ablauf der Geschichte oder gar auf das Ende. Es gibt zwei mögliche Enden, zwischen denen man unmittelbar am Ende entscheiden kann.

Silence Logo mit Stadt

Gameplay

Wie zu erwarten ist das Spiel am PC und Mac mit Maus spielbar. Da es aber auch fĂŒr die aktuelle Konsolengeneration verfĂŒgbar ist, ist es auch mit Controller spielbar. Ich wĂŒrde diese Steuerung sogar vorziehen, da das Spiel spĂŒrbar mit der Controllersteuerung im Vordergrund entwickelt wurde, vermutlich um einen grĂ¶ĂŸeren Markt ĂŒber die Konsolenversion anzusprechen. Wenig ĂŒberraschend ist, dass das Spiel komplett ohne Inventarsystem oder Item-Kombinationen auskommt. Alle Items, die kombiniert werden können, werden automatisch kombiniert und mehr als 1-2 Items trĂ€gt man sowie meist nicht mit sich herum. Gerade mit einem Controller spielt sich das Spiel eher wie ein Telltale-Titel, als ein hirnzermarterndes Point-and-Click.

TatsĂ€chliche Dialoge tauchen in der Regel nur wĂ€hrend Zwischensequenzen auf und bieten keine echte Möglichkeit die Beziehung zwischen Charaktern zu beeinflussen, wie man es bei einem Telltale-Spiel erwarten wĂŒrde. Da sich das Spiel offensichtlich daher hat inspirieren lassen ist das relativ enttĂ€uschend.

Zwischen den ganzen Zwischensequenzen und Spielabschnitten muss natĂŒrlich auch mal der nĂ€chste Bildschirm geladen werden. Die Ladezeiten sind hier selbst auf einer SSD viel zu lange und stört das Spielen stark.

Optik

Silence Renie Walkcycle

Schau nur wie knuffig Renie herumstapft

Handgemalte Hintergrunde mit richtig gut integrierten und passenden 3D-Objekten und guten Kamerafahrten machen Silence zu dem bisher schönsten Spiel, das aus Daedalics Taschen stammt. Hier ist vermutlich auch das meiste Budget und die meiste Arbeit eingeflossen. Die QualitĂ€t der verschiedenen Umgebungen bleibt gleich und trĂ€gt das angestrebte TraumgefĂŒhl perfekt. Die Animationen sind von sĂŒĂŸ bis unheimlich perfekt in die Charkter und Kreaturen eingearbeitet. Das Spiel kommt dank des inventarlosen Gameplays ganz ohne OberflĂ€chen aus, wenn man von den Dialogen absieht. Das Spiel lĂ€sst sich also in seiner gesamten Pracht genießen.

Sound

Genauso wie bei der Grafik wurde hier nicht gespart. Die UmgebungsgerÀusche sind perfekt auf die aktuelle Umgebung angepasst und super abgemischt, dass diese auch ja nicht in die Dialoge einschneiden. Das Spiel lÀsst sich daher perfekt ohne Untertitel spielen, da alles verstÀndlich ist. Mit einem Soundtrack, der sich nicht nur vom VorgÀnger The Whispered World hat inspirieren lassen, sondern auch ein paar bekannte Melodien wiederbringt, rundet Daedalic das Gesamtpaket ab und liefert ein durch und durch sauberes Ergebniss ab, in das man sich verlieben kann.

Silence Screenshot

Fazit

Da ich zunĂ€chst von der atemberaubenden Schönheit und Stimmung des Spieles positiv ĂŒberrascht war, lĂ€sst das Spiel einen mit enttĂ€uschend einfachen Puzzles hĂ€ngen. Als ein Nachfolger eines sehr beliebten Point-and-Click-Spieles kann Silence nur mit seiner Optik punkten. FĂŒr einen begeisterten Point-and-Click-Puzzler ist das viel zu wenig. Die enttĂ€uschende LĂ€nge von 5 Stunden Spielzeit spielt Daedalic auch nicht gerade in die Karten.

FĂŒr ein Spiel das nach dem schauen eines Let’s Plays seinen gesamten Reiz ausgespielt hat ist es eine bittere EnttĂ€uschung.

Pro Kontra
✓ Wunderschöne Umgebungen
✓ gute Animationen
✓ schöner Soundtrack
Zocker Bronze ✗ Kurze Story
✗ Vorhersehbares Ende
✗ viel zu leichte „Puzzles“
✗ Entscheidungen verĂ€ndern gar nichts
✗ Lange Ladezeiten zwischen Bildschirmen

Silence Cover ArtSilence ist ein Point-And-Click-Abenteuer-Spiel und der Nachfolger von The Whispered World. Mit Noah und Renie betritt man die Traumwelt Silence und versucht fĂŒr sich alles ins Lot zu bringen.

Erscheinungsdatum: 15. November 2016
Plattformen: Microsoft Windows, Mac OS X, Microsoft Xbox One, Sony PlayStation 4
Entwickler: Daedalic Entertainment
Publisher: n.a.

Pascal Pohl Über den Autor, Pascal Pohl

Pascal Pohl ist im MĂ€rz '91 in Köln geboren und dort aufgewachsen. Mit einer Fachoberschulreife hat er 2005 eine Ausbildung zum IT-Systemelektroniker begonnen und arbeitet seit 2011 bei der Bayer Gastronomie GmbH als DV-Mitarbeiter mit einem Schwerpunkt auf Anwendungsentwicklung. Seine Leidenschaft fĂŒr Videospiele hat er wĂ€hrend seiner Ausbildung entwickelt.