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ūüďÉ Gamescom 2016: Gesamtbericht

Frei nach dem Motto ‚ÄěBesser sp√§t als nie‚Äú. Mein Gesamtbericht zur‚Ķ

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Man k√∂nnte die diesj√§hrige GamesCom mit folgenden Worten betiteln: ‚ÄúVirtual Reality has arrived!‚ÄĚ
Denn w√§hrend 2015 nur Sony mit einem einigerma√üen gro√üen Aufgebot an ausprobierbaren Ger√§ten aufwartete, HTC seine Vive nur ausgew√§hlten Publikum zeigte sowie Oculus Rift in wenigen kleinen Indie-Titeln versteckt wurde, gab es dieses Jahr wirklich etwas f√ľr die breite Masse der Besucher zu sehen und auszuprobieren.

Gleich am Mittwochmorgen hatte ich einen Termin am Sony-Stand um die PlayStation VR, in einer meines Eindrucks nach serienreifen Version, zu testen. Zu meiner Freude gab es diesmal endlich RIGS zu zocken; eine Art schnellem Basketballspiel mit Mechs und scharfen Waffen. Die anf√§ngliche Skepsis, ob meine Unanf√§lligkeit f√ľr Motion-Sickness auch bei schnelleren Spielen stand h√§lt, verflog schnell, denn trotz des gehobeneren Tempos von RIGS und seiner Shooter-√§hnlichen Steuerung, geht das Ganze geschmeidig von der Hand. Und vom Kopf. Die Blickrichtung entscheidet n√§mlich √ľber eure Zielgenauigkeit. Je mehr gegnerische Mechs ihr auf den Schrottplatz schickt, desto schneller f√ľllt sich ein Meter, welcher daf√ľr sorgt, dass ihr mit eurem Kampfroboter durch einen in der Mitte platzierten Ring springen und Punkte f√ľr euer Team sammeln k√∂nnt.

Ein weiterer Titel, der auf PSVR spielbar war, befand sich am Crytek-Stand. Dort konnte man mit Robinson: The Journey seinen langgehegten Traum erf√ľllen zwischen Dinosauriern zu wandeln.
Direkt daneben lud man mit Climb zum FreeClimbing an der Oculus Rift ein. Man h√§lt es nicht f√ľr m√∂glich, aber nach 10 Minuten tun einem echt die Arme weh vom ‚Äěklettern‚Äú, weil man st√§ndig die Gliedma√üen von sich strecken muss. Nimmt man die Arme runter st√ľrzt man ab.

Der Donnerstag stand im Zeichen von Indie-Spielen aus dem Hause Deck 13 und Daedalic Entertainment.

Bei Deck 13 gab es D.A.S.H. (vormalig bekannt als HoverCubes: Arena), The Shattering und The Other 99 zu sehen. Daedalic Entertainment bot mit Candle, Shadow Tactics und The Long Journey Home einige interessante Titel aus ihrem LineUp an.

Unter D.A.S.H. kann man sich eine Art First-Person-Speedrun-Jump’n’Run vorstellen, welches euch erlaubt mithilfe von diversen Klötzchen schneller durch einen Level zu kommen. Ob normale Kletterhilfe, Trampolin oder Beschleunigungspad, die frei wählbaren Cubes erleichtern euch das Leben auf der Jagd nach einem neuen Rekord.

The Shattering ist ein White-Horror-Titel, welcher euch in eine Person hineinversetzt, die ihr Ged√§chtnis nach einem schweren Autounfall verloren hat, sowie unter Depressionen und Selbstmordgedanken leidet. Statt JumpScares und d√ľsterer Monster werden dem Spieler hier viel menschlichere Probleme √§u√üerst unangenehm pr√§sentiert. Definitiv im Auge behalten!

The Other 99 ist im Survival-Genre anzusiedeln. Als √úberlebender auf einer Insel m√ľsst ihr euch mit primitiven Mitteln gegen 99 eurer Artgenossen durchsetzen. Erinnert sehr an den Film ‚ÄěBattle Royale‚Äú und ist auch √§hnlich trashig, nur nicht halb so gut und kultverd√§chtig.

Candle hingegen √ľberzeugt alleine durch seinen Artstyle, denn dieser Titel wurde komplett mit Wasserfarben gemalt, eingescannt und animiert. Ihr spielt als Stammesmitglied einer Kolonie und m√ľsst komplexe R√§tsel l√∂sen, diverse Jump‚Äôn‚ÄôRun-Einlagen meistern und gutes Timing beweisen. Die namensgebende Kerze immer mit dabei, dient sie als universelle L√∂sung eurer Probleme.

Mit Shadow Tactics steht uns ein Top-Down-Taktik-Titel a la Commandos ins Haus, welcher im alten Japan angesiedelt ist. W√§hlt aus f√ľnf Spezialisten eurer Team aus und wehrt euch gegen eine √ľberlegene Macht in bew√§hrter Stealth-Manier.

The Long Journey Home sieht zum jetzigen Zeitpunkt √§u√üerst vielversprechend aus und schwimmt auf der Hypewelle der Open-World-Exploration mit; welche zuletzt mit No Man‚Äôs Sky seinen vermeintlichen H√∂hepunkt erreichte. Ein Team aus diversen Weltraumpiloten sorgt dabei f√ľr eine Eigendynamik und etliche verschiedene Enden versprechen einen hohen Wiederspielwert.

Insgesamt wird die GamesCom bzw. der gesamte Videospielmarkt von Fortsetzungen zu bekannten Franchises dominiert, was es f√ľr wirkliche Neuerungen nicht sonderlich einfach macht und diese gerne in der Versenkung verschwinden l√§sst. Dem Publikum bleiben leider viele gute Spiele verborgen, da diese nicht √ľber das Budget verf√ľgen eine riesige Booth in einer der Haupthallen zu mieten; ein Blick in den Indie-Bereich zu werfen lohnt also immer.

Noch ein paar Worte zum diesj√§hrigen gro√üen Thema ‚ÄěTaschenkontrollen‚Äú; oder wie man in Fachkreisen auch gerne sagt: ‚ÄěJaja, passt schon‚Ķ‚Äú.
Die Arbeitsmoral der hiesigen Sicherheitsfirmen und deren individueller Mitarbeiter l√§sst zum gro√üen Teil arg zu w√ľnschen √ľbrig. W√§hrend der eine seine Arbeit gewissenhaft durchf√ľhrt und wirklich in die Taschen schaut, reicht bei dem n√§chsten schon das blo√üe √Ėffnen eben dieser und man wird einfach durchgewunken.
Ich f√ľhle mich direkt viel ‚Äěsicherer‚Äú, K√∂lnMesse. Danke.

Dar√ľber hinaus f√ľhrte die √ľberzogene Cosplay-Regelung zu gro√üem Frust in der stetig wachsenden Community. W√§hrend an diversen St√§nden gro√üer Publisher u.a. mit unmarkierten SoftAir-Waffen rumgefuchtelt wurde, durfte woanders der Waldelf nicht mit seinem Pappmache-Bogen auf die Messe.
Immerhin bewiesen einige Cosplayer Humor und Kreativit√§t und ersetzten ihre Waffen durch gro√üe Sonnenblumen, Schilder oder auch einfach Bananen. Also‚Ķ Demn√§chst weniger Panikmache und mehr √ľberlegte Aktionen, werte Veranstalter, denn so zieht ihr nur den Frust eurer Besucher auf euch.

Tobias Krupp √úber den Autor, Tobias Krupp

Tobias Krupp wurde im April ‚Äô86 geboren. Nach Erreichen der Fachoberschulreife hat er 2008 eine Ausbildung zum Fachinformatiker f√ľr Systemintegration abgeschlossen. Aufgrund einer beruflichen Umorientierung hat er 2014 sein Fernstudium erfolgreich beendet und ist seit April 2015 als zertifizierter Grafik-Designer mit "Pixelschubser Designs" selbstst√§ndig. Tobias ist seit √ľber 20 Jahren begeisterter Zocker und schreibt seit nun mehr 6 Jahren √ľber Videospiele und deren Umfeld.