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📃 Durchgezockt: The King of Fighters XIV

Die Zahl exklusiver Beat ‘em Up’s auf der PlayStation 4 steigt um einen weiteren Titel, denn The King of Fighters XIV, aus dem Hause SNK, ist seit dem 26. August 2016 im Handel erhältlich und führt die mittlerweile über 20 Jahre alte Serie in ihr neuestes Kapitel.

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Story

Das neue KoF spielt mehrere Jahre nach dem letzten Turnier und lädt wieder dutzende Kämpfer der ganzen Welt ein, um sich zu messen; doch das Böse schläft bekanntlich nie.

Im Grunde ist der angepriesene Story-Modus nur ein Arcade-Modus mit kurzen Videos und Trashtalk, der sich über 10 Kämpfe erstreckt und dauert keine Stunde. Je nach Teamzusammenstellung ändern sich eure Gegner und das war’s dann auch schon. Worum es am Ende geht frage ich mich nach mehrmaligem Durchspielen immer noch. Im Vergleich zum verzweigten Story-Modus des Vorgängers KoF XIII ist das hier ein klarer Rückschritt, wenn nicht sogar eine Frechheit.

Gameplay

Als Erstes fällt die schiere Masse an spielbaren Charakteren auf, denn ihr könnt aus insgesamt 50 spielbaren Kämpfern (31 bekannte und 19 neue Protagonisten) wählen. Aus der klassischen Riege sind u. a. Kyo Kusanagi, Mai Shiranui sowie Benimaru Nikaido vorhanden, während Sylvie Paula Paula, King of Dinosaurs und Hein einige der neuen Charaktere darstellen.
Doch nicht nur am Roster wurde Hand angelegt, sondern auch an diversen Gameplay-Elementen. Mit dem neuen Max-Meter steigert ihr eine kurze Zeit lang euren Schaden für normale und eröffnet die Möglichkeit für erweiterte Combos. KoF-typisch sind auch wieder extrem lange Combos durch diverse Cancels möglich; z. B. sind Super-Special-Moves durch Climax-Cancels beliebig erweiterbar.
Das alles klingt sehr überfordernd, aber durch das insgesamt deutlich langsamere und dadurch zugänglichere Gameplay ist die Lernkurve etwas abgeebbt. Der neue Rush-Mode erlaubt Einsteigern zudem eine einfache gut ausbalancierte Combokette durch das mehrmalige Drücken von LP (Light Punch), während Kenner und Veteranen der Serie weiterhin ihre Freiheiten genießen können.

Die Controller-Steuerung wurde stark verbessert. Während der Vorgänger noch sehr stark an Fight-Sticks angepasst war, geht die Eingabe per Pad nun viel besser von der Hand und erfordert keine millimetergenauen Bewegungen mehr.
Apropos Fight-Sticks! Durch den DayOne-Patch wird der Legacy-Controller-Support für eure PS3-Sticks freigeschaltet und ihr könnt diese mit der PS4 nutzen; ohne Geld in neue Hardware stecken zu müssen. Vielen Dank dafür!

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Optik

Die bedeutendste Änderung: Es gibt keine 2D-Sprites mehr, sondern 3D-Modelle und -Hintergründe. Das Kampfgeschehen findet allerdings weiterhin im flachen zweidimensionalen Raum statt. Dadurch erscheint KoF XIV insgesamt langweiliger gestaltet und es fehlt der Charme der Vorgänger. Rein optisch reißt das Spiel wohl niemanden vom Hocker und auch das Menüdesign ist sehr steril gehalten, aber immerhin gibt es immer noch schnelle und flüssige Animationen und genug actionuntermalende Effekte.

Sound

Die KoF-typische Musik sowie die knackigen Soundeffekte und die gute Sprachausgabe runden das Sequel ab. In der mir vorliegenden PEGI-Version gibt es nur japanisch/englische Sprachausgabe mit deutschem Menü und Untertiteln; was aber kein Problem darstellen sollte.

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Multiplayer

3-gegen-3-Kämpfe können nun mit 6 Leuten gespielt werden und weitere 6 Leute können dabei online zuschauen. Außerdem sorgt das neue Lobby-System für einen konstanten Strom an Gegnern, welcher durch stabile Serververbindungen und den guten Netcode, der erst vor ein paar Tagen noch einmal gepatcht wurde, selten für Frust sorgt. Euer persönliches Online-Profil ist vielfach anpassbar und euer Lieblingskämpfer sowie Teams sind speicherbar, was den Ablauf von On- und Offline-Matches beschleunigt.

Umfang

Neben dem enttäuschenden Story-Modus und dem typischen Versus-Mode enthält The King of Fighters XIV noch Time Attack, Trial, Survival und andere unterhaltsame Modi, welche bei Fans sicher für dutzende Stunden Unterhaltung sorgen werden. Darüber hinaus können etliche Artworks, Musikstücke und andere Sammelgegenstände freigespielt werden.

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Fazit

Mit einem riesigen abwechslungsreichen Roster an Kämpfern, mehr als genug Modi und einem äußerst gelungenen Online-Modus ist King of Fighters XIV definitiv eine Macht mit der man rechnen sollte; denn im Gegensatz zu anderen Beat-‚em-Up-Titeln bietet KoF XIV ein Komplettpaket mit mehr als genug Content um euch lange zu begeistern. Ja, ich schaue euch an Killer Instinct und Street Fighter V! Schämt euch!

Pro Kontra
✓ 50 verschiedene Kämpfer
✓ zugangsfreundlicheres Gameplay und Combo-System, dennoch anspruchsvoll für Veteranen
✓ guter Soundtrack
✓ sauberer Netcode für Online-Multiplayer
✓ umfangreiche Anzahl an Spielmodi
✓ allerlei freischaltbare Artworks, Musik etc.
zockergold ✗ uninspirierter Story-Modus mit kurzer Spielzeit
✗ saubere, aber zu neutrale Optik
✗ weniger Kostümfarben und –optionen als bei den Vorgängern

tkofxiv_coverThe King of Fighters XIV ist der vierzehnte (14.) Teil der Beat ‚em Up-Reihe „The King of Fighters“, die im Jahr 1994 startete.

Erscheinungsdatum: 26. August 2016
Plattformen: Sony PlayStation 4
Entwickler: SNK
Publisher: SNK, Atlus (NA), Deep Silver (EU)

Tobias Krupp Über den Autor, Tobias Krupp

Tobias Krupp wurde im April ’86 geboren. Nach Erreichen der Fachoberschulreife hat er 2008 eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration abgeschlossen. Aufgrund einer beruflichen Umorientierung hat er 2014 sein Fernstudium erfolgreich beendet und ist seit April 2015 als zertifizierter Grafik-Designer mit "Pixelschubser Designs" selbstständig. Tobias ist seit über 20 Jahren begeisterter Zocker und schreibt seit nun mehr 6 Jahren über Videospiele und deren Umfeld.